Projekt Kunst-Raum Mutpol

Themen der Bildung, vor allem aber auch der kulturellen Bildung, stehen dabei immer wieder im Fokus. So versucht auch dieses Projekt, über künstlerisch-kreative Elemente, die Partizipation und somit Demokratisierung der Kinder und Jugendlichen umzusetzen.


Die Beteiligten
Jugendliche aus den vollstationären Intensivgruppen beteiligen sich aktiv an einer groß angelegten und nachhaltigen Kunstinitiative zur Umgestaltung des Mutpol-Geländes in Tuttlingen. In den Intensivgruppen werden Kinder und Jugendliche betreut, die schwere psychische Problematiken aufweisen, ausgelöst durch Traumatisierung oder genetische Dispositionen. Viele haben einen oder mehrere Psychiatrieaufenthalte hinter sich und können aufgrund schwieriger Familienkonstellationen nicht wieder bei ihren Eltern leben.

Kunst-Raum Mutpol
Im Zentrum des Tuttlinger Mutpol-Areals, umgeben von Wohn- und Schulgebäuden befindet sich der zu gestaltende Projektraum. Seit dem Bau des Kinderdorfes 1967 wurde dieser Platz im Urzustand belassen. Eine sozialräumliche Nutzung fand und findet nicht statt. Das Projekt Kunst-Raum Mutpol will genau dies verändern.

Die Jugendlichen sollen diesen Platz zu einem wichtigen Bestandteil ihrer täglichen Lebenswelt machen. Sie sind an der Neugestaltung aktiv beteiligt als Planer, Gestalter und Nutzer. Sie werden zu Botschaftern eines neuen Wir-Gefühls.

Die Gestaltung und Umsetzung ermöglicht den Mutpol-Mitarbeitern neue, andere pädagogische und therapeutische Ansätze in der täglichen Arbeit. In der praktischen, kreativen Planung und Realisierung erfahren sich die Kinder und Jugendlichen selbstbestimmt. Die direkte Beteiligung schafft Identität. Die Umgebung des Mutpol-Areals erlebt mit der Erschließung des Neubaugebietes Tuttlingen Nord eine radikale Wandlung. Was bisher naturnah und ländlich geprägt war und damit auch Rückzug für die Kinder und Jugendlichen ermöglicht hat, wird jetzt urbaner Raum.

Mit dem gewonnenen Projektraum bietet Mutpol einen Ort für Kontakt und Kommunikation. Mutpol öffnet sich der Nachbarschaft. Integration findet statt. Das Projekt ist langfristig angelegt. Durchschnittlich leben die Kinder und Jugendlichen zwei bis drei Jahren in den Intensivgruppen auf dem Mutpol-Gelände. Neue Mutpol-Bewohner bringen neue Bedürfnisse mit, die in den fortlaufenden Gestaltungsprozess einfließen. Am Projekt beteiligte Jugendliche geben ihre Erfahrungen und ihr Wissen an ihre neuen Mitbewohner weiter. Sie entwickeln ein Gefühl von Verantwortung für die von ihnen geschaffenen Werte. Der integrative Gedanke, schließt die Einbindung aller Mutpol-Bereiche (z.B. VAB Gartenbau für die Gestaltung eines Bauerngartens) mit ein.


Ihre Ansprechpartner
Meyer, Dieter
Gesamtleiter / pädagogischer Vorstand
Drossard, Renée
Fachdienst Psychologie – Therapie – Heilpädagogik