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EMMINGEN-LIPTINGEN – Wie sehen die Jugendlichen in Emmingen-Liptingen ihre Gemeinde? Fühlen sie sich gut informiert? Wie gestalten sie ihre Freizeit und was halten sie von den Jugendhäusern in den beiden Ortsteilen? Das wollte die Jugendreferentin Katrin Traichel (angestellt bei Mutpol Tuttlingen e.V.) erfahren und wendete sich mit einem Fragebogen an 461 Emminger und Liptinger zwischen 14 und 21 Jahren. 59 von ihnen (13 Prozent) antworteten. Die Ergebnisse – sortiert nach Emmingen und Liptingen – stellte Traichel dem Sozialausschuss des Gemeinderats am Dienstagabend vor.

Zwar hätte sie sich einen höheren Rücklauf gewünscht, aber die eingegangenen 59 Fragebögen hätten ihr trotzdem aufschlussreiche Informationen und einige Überraschungen beschert, sagte Traichel in der Ausschusssitzung. Eine dieser Überraschung sei, dass sich ein ganz großer Teil der Jugendlichen über das Gemeindeblatt informiere – eine Plattform, die sie bisher vernachlässigt habe. Eine weitere wichtige Information sei die Tatsache gewesen, dass die allermeisten der Jugendlichen, die den Fragebogen ausgefüllt haben, kein Interesse an dem jeweiligen Jugendhaus in ihrem Ortsteil zeigen. Die meisten derjenigen, die in die Jugendhäuser gehen, wiederum, hatten offenbar kein Interesse an der anonymen Umfrage. "Offensichtlich sprechen die Jugendhäuser, von denen ich dachte, dass dort mein Hauptaufgabenfeld liegen wird, gar nicht so viele an", deutete Traichel eine Konsequenz aus der Umfrage an.

Dabei sind in den Jugendhäusern Aktivitäten möglich, die von einigen der Jugendlichen gewünscht wurden: Freunde treffen, Musik hören, einfach abhängen. "Das bedeutet, dass das, was im Jugendhaus stattfindet, das ist, was die Jugendlichen wollen, nur rein trauen sie sich irgendwie nicht", fasste Martina Auchter (Frauen initiativ) zusammen.

Grundsätzlich überwogen die positiven Rückmeldungen der Jugendlichen zu ihrer Gemeinde. Viele wollen bleiben und fühlen sich wohl. Aber sie vermissen spezielle Angebote in den Vereinen – mit denen will Traichel jetzt Kontakt aufnehmen – oder Veranstaltungen speziell für Jugendliche, wie Kinoabende, Zeltlager oder Tanzkurse. In den Jugendhäusern werden Angebote für verschiedene Gruppen angeregt.

Da die Umfrage anonym war, hofft Katrin Traichel, mit den engagierten Jugendlichen über ein Jugendforum ins Gespräch zu kommen. Dort soll auch über Beteiligungsformen und Themen diskutiert werden. Denn die Jugendlichen fühlen sich gering beteiligt. Nicht alle, aber einige wollen sich zumindest projektbezogen engagieren. Denen will Traichel ein Umfeld bieten. Stammtische mit Gemeinderäten, die in den Jugendhäusern stattgefunden hatten, waren auf nur geringe Resonanz gestoßen. Jetzt soll ein neuer Anlauf gestartet werden – auf neutralem Terrain und mit thematischen Schwerpunkten.

Wie die Erwachsenen, so die Jugendlichen

Die Tatsache, dass aus Liptingen mit 17 Prozent ein höherer Rücklauf von Fragebögen als aus Emmingen (zehn Prozent) kam und dort auch die größere Zufriedenheit mit dem Leben in der Gemeinde signalisiert wird, spiegele ihre eigene Erfahrung mit den Jugendlichen wider, sagte Katrin Traichel. Liptingen sei anders gepolt, dort herrsche ein größerer Zusammenhalt als in Emmingen. Gabriele Rettkowski (Unabhängige Wählervereinigung) vertrat die These, dass den Jugendlichen das so von den Erwachsenen vorgelebt werde. Die Liptinger seien nach ihrer Wahrnehmung im Verhältnis zu den Emmingern aktiver. Ralf Bonacker (Unabhängige Wählervereinigung) gab zu bedenken, dass der Ortsteil auch kleiner und damit familiärer sei.
 

Weitere Informationen und Kontakt zu Frau Traichel (Jugendreferentin von Mutpol bei der Gemeinde Emmingen-Liptingen)

Facebook (Jugendreferentin Katrin)

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